OLEG ZAMAISKIJ 1948 - 2003

Gedächtnisausstellung für Oleg Zamaiskij
Ölbilder und Aquarelle
21.September - 8.November 2003


VERNISSAGE am Sonntag, 21.September 2003 von 11.30 bis 16.00 Uhr


Einführung Margot Gottschick

Liebe Kunstffeunde !

Wir trauern um Oleg Zamaiskij. Viel zu früh ist der aus Georgien stammende Künstler im Mai dieses Jahres gestorben.
In unserer Gedächtnis-Ausstellung werden seine eindrucksvollen Arbeiten einen kleinen Überblick über sein Werk geben.

Energetische Abstraktion, 1992 - Öl auf Leinwand 101 x 80 cm

OLEG ZAMAISKIJ


1943
geboren in Tiflis/Georgische SSR
1966 - 1974 Studium der Grafik und anschließende Lehrtätigkeit im Fach Lithographie am Surukovskij-Institut in Moskau, beschäftigte sich sowohl mit farbigen Lithographien und Radierungen als auch mit Ölmalerei.
1975 Eintritt in den Verband der Bildenden Künstler / Jugendsektion als Graphiker
seit 1976 ständige Teilnahme an halbjährlichen Ausstellungen der Jugendsektion des Künstlerverbandes am Kuznekij most / Moskau
seit 1978 intensive Philosophiestudien, Wechsel zur abstrakten Malerei - Richtung zwischen abstraktem Expressionismus und Suprematismus, hatte als abstrakter Maler Ausstellungsverbot auf offiziellen, staatlich organisierten Ausstellungen, Beschäftigung mit Ikonographie, Kichenrestaurationen und das Malen von Ikonen trugen zum Lebensunterhalt bei, verstärkte Auseinandersetzung mit der Farbsymbolik in Ikonen.
1980 Austritt aus dem Künstlerbund, statt dessen Anschluss an die damals nicht offizielle, avantgardistische Künstlervereinigung GORKOM, Moskau.
seit 1980 Arbeit an der Weiterentwicklung avantgardistischer Tradititonen der Ölmalerei, viele Arbeiten dieser Periode befinden sich in Privatsammlungen, abstrakte Künstler sind in der sowjetischen Gesellschaft vor der Perestroika auf ständige Schwierigkeiten gestossen, regelmäßige Teilnahme an nichtoffiziellen Ausstellungen in Moskau und Leningrad, z.B. Manege, Grunzinskij Val.
1987 Heirat
1988 Übersiedlung in die Bundesrepublik
1990 - 2003 zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland
2003 in Hamburg gestorben.


OLEG ZAMAISKIj
ein politisches Künstlerschicksal
eine große künstlerische Ausdruckskraft
Rainer Zerbst

" Die große Begabung Zamaiskijs liegt in der Malerei - und in der Abstraktion, oder vielleicht genauer noch: im Zwischenbereich zwischen beiden: Da gibt es eine Reihe von Blumenaquarellen. Zamaiskij deutet die Blüten durch Pinselflecke auf dem Aquarellpapier nur an, zeichnet noch in die Mitte so etwas wie Staubfäden. Doch wenn er diese letzte Zutat weglässt, dann haben wir bereits eine vollendet abstrakte Koposition - herrlich transparent, und wenn dann noch die Farbflecken annähernd quadratisch werden, dann gelingt ihm die Synthese von freier Improvisation und strenger Geometrie á la Malewitsch. Noch faszinierender seine Acrylbilder, die er mit dicken, zehn bis zwanzig Zentimeter breiten Pinselstrichen füllt. Dabei gelingt es ihm zu zeigen, was bei Malerei vor sich geht, wie er Pinsel die Farbe an der Leinwand abgegeben hat - ein wenig widerborstig, aber doch folgsam. Und wir sehen zugleich die verschiedenen Tiefenwirkungen von Farben. Plötzlich scheint sich ein leuchtend dunkelblauer Fleck geradezu von der Leinwand lösen zu wollen. Angesichts dieser Arbeiten hat man den Eindruck, der Künstler aus der Sowjetunion hat seinen eigenen künstlerischen Weg nach dem Neuanfang im Westen gefunden."