CHRISTINE REINCKENS
Variationen des Wartens

25. April bis 10. Juni 2010

VERNISSAGE am Sonntag, 25. April 2010 um, 11.30 Uhr


Einführung:
Margot Gottschick im Gespräch mit Christine Reinckens


Variationen des Wartens,
2009, Öl/Eitempera/Holz, jeweils 34 x 34 cm


CHRISTINE REINCKENS

1962 geboren in Hannover
1982-1990 Studium Freie Kunst / Kunsthochschule Kassel
1992 Mitglied Künstlersonderbund
1994 Deutscher Kunstpreis der Volks- und Raiffeisenbanken
1994 Gründungsmitglied Kunstbalkon e.V.
1998 Kulturförderpreis für Projekte des Kunstbalkons
2002-2004 Lehrauftrag für Zeichnen / Kunsthochschule Kassel
2007 Wilke Atelierstipendium
2009 UPK-Kunstpreis, Preisträgerin

Künstlerische Arbeitsaufenthalte in Frankreich, England und Italien

Lebt und arbeitet in Kassel

Seit 1987 zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, Kunstankäufe im öffentlichen Raum

Dr. Harald Kimpel

… Und nicht zuletzt dokumentiert der Fries, wie das umständehalber erzwungene Stillhalteabkommen der Menschen mit sich selbst auf ideale Weise Christine Reinckens’ andauerndem künstlerischem Bemühen um adäquate Abbildungsmodalitäten für ein zeitgemäßes Menschenbild entgegenkommt. Denn nirgendwo sind die Menschen so beharrlich bei sich selbst, wie beim Warten; nirgendwo sonst können so typische Positionen und Ausdrucksqualitäten studiert werden.
Obwohl nun aber die Malerin die Präsenz ihrer Dargestellten mit den von ihr entwickelten künstlerischen Mitteln glaubhaft macht, schleicht sich doch ein Gefühl von Verunsicherung in die Situation. So wird uns irritierenderweise vorenthalten, worauf in diesem Gruppenbild eigentlich gewartet wird; auch ersehen wir nicht, ob allen ein gemeinsames Ziel vor Augen steht und wer oder was als Gegenüber dieses Bühnenraumes angenommen werden darf. Darüber hinaus scheint die Sitzbank, jener lehnenlose Schwebebalken, auf dem es sich die Wartenden scheinbar schwerelos eingerichtet haben, nirgendwo einen Halt aufzuweisen. Wie eine Horizontlinie die Fläche teilend, läuft sie beiderseits ins Leere. Und selbst die neutral gehaltene, leicht spiegelnde Bodenfläche wirkt immateriell, während sich der gleichmäßig leere Hintergrund im Nebel einer unfassbaren Dimension verliert.
So entspricht also dem mentalen Schwebezustand der Wartenden ihr situativer Schwebezustand, mit dem Christine Reinckens die Realität der Szenerie aufweicht und geheimnisträchtig in Richtung Zukunft orientiert.